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Historie des Tempelbergs

(5. Mose 12:11) „Wenn der HERR, dein Gott, eine Stätte erwählt, dass seine Name daselbst wohne, sollt ihr dahin bringen alles, was ich euch gebiete: eure Brandopfer, eure Schlachtopfer, euren Zehnten, eure heiligen Abgaben und alle eure auserlesenen Gelübdeopfer, die ihr dem Herrn geloben werdet“

Abraham – 2000 v. Chr.

Der Ort, den Gott erwählt hatte, war ein unscheinbarer Hügel im Bergland von Judäa. Dennoch führte Gott Abraham gerade zu diesem Hügel, um seinen Sohn zu opfern, wie es im 1. Mose 22,2 beschrieben ist: „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh in das Land Morija und bringe ihn dort als Brandopfer dar auf einem Berg, den ich dir nennen werde.“ Da Abraham bereit war, Gott sogar soweit zu gehorchen, seinen einzigen geliebten Sohn zu opfern, stellte Gott ein Tieropfer bereit und gab ihm in der Folge die Verheißung, „dass durch seinen Samen alle Völker der Erde gesegnet sein werden (d.h. durch den komenden Erlöser).“

David – 11. Jh. v. Chr.

König David hatte gegen Gottes Willen eine Volkszählung durchgeführt und damit Gott erzürnt.
„Und David hob seine Augen auf und sah den Engel des HERRN stehen zwischen Himmel und Erde und ein bloßes Schwert in seiner Hand ausgestreckt über Jerusalem. Da fielen David und die Ältesten, mit Säcken angetan, auf ihr Antlitz“.
(1. Chronik 21,16)…..
Wie von Gott befohlen, ging David zu Araunas, dem Jebusiter, um dessen Tenne, die zuvor zum Dreschen des Weizens gedient hatte, zu kaufen. Sie lag unterhalb der Bergspitze. Hier an diesem Ort, wo zuvor Ochsen den Ackerpflug über das Land gezogen hatten, sollte David Gott einen Altar bauen.

Salomo – 10. Jh. v. Chr.

Es war die Bestimmung Salomos, des Sohnes Davids, hier auf dem Berg Moriah den Ersten Tempel zu bauen, einen Tempel, dessen Herrlichkeit durch nichts zu überbieten war. Der Tempel war 32 Meter lang, 10 Meter breit und 15 Meter hoch. Vor dem Tempel befand sich das bronzene Waschbecken für die Priester, das von zwölf Ochsen aus Bronze getragen wurde. Zu beiden Seiten des Tempels waren jeweils fünf kleinere Waschbecken, die auf kunstvoll geschmiedeten Füßen standen. Der Altar stand genau auf den Quadratmetern, die David dem Jebusiter abgekauft hatte. Zwei Pfeiler aus Bronze begrenzten zu beiden Seiten den überdachten Vorbau. Fünf goldene Leuchter standen auf jeder Seite im Inneren des Heiligtums. Außerdem befanden sich in diesem Raum der Tisch mit den Schaubroten und der Räucheraltar. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade in einer Vertiefung, die eigens zu diesem Zweck aus dem Felsen herausgeschlagen worden war.

Der Zweite Tempel - 536 – 19 v. Chr.

Nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar im Jahre 586 v.Chr. wurden die Juden 70 Jahre ins Exil nach Babylon verbannt. Nach ihrer Rückkehr wurde der Tempel unter der Leitung Zerubbabels und Jeshua wieder aufgebaut. Es wird angenommen, dass dieser Zweite Tempel sich nach den Plänen des salomonischen Tempels richtete, jedoch konnte er nicht die gleiche Pracht erreichen. Esra beschreibt die widersprüchlichen Gefühle der Juden bei der Einweihung: (Esra 3:12) “Aber viele der alten Priester und Leviten und Familienhäupter, die den früheren Tempel gesehen hatten, weinten laut, als der Grund für dieses Haus vor ihren Augen gelegt wurde, während viele ihre Stimme zu einem Freudengeschrei erhoben“

Herodes der Große 37 – 4 v.Chr.

Im ersten Jahrhundert v. Chr. lieferte Herodes der Große, der von einer zwanghaften Baubesessenheit getrieben wurde, das Geld, um den Zweiten Tempel zu erneuern. Dabei veränderten die Juden die Topografie des Tempelberges vollständig. Der Umbau erfolgte im orientalisch hellenistischen Stil. Von dem Ergebnis wird berichtet: “Wer Herodes Tempel nicht gesehen hat, hat noch nie ein schönes Bauwerk gesehen“. (BT Baba Bathra 4,1) . Er begann mit den Bauarbeiten im 18. Jahr seiner Regentschaft. Das Tempelhaus selbst wurde in nur 18 Monaten fertiggestellt, die äußeren Kreuzgänge in weiteren 8 Jahren. Das jüdische Volk weihte den Tempel im Jahre 10 v.Chr. ein. Jedoch muss auch weiterhin am Tempel gebaut worden sein, denn im Johannesevangelium 2,20 ist zu lesen, dass der Tempel in 46 Jahren gebaut worden ist. An dieser Stelle wird auch über die Tempelreinigung durch Jesus berichtet.

Im Talmud-Traktat Middoth II,1 (einem der Bücher der „Mischna„ = früheste Sammlung rabbinischer Schriften) wird der Tempel als ein 262,5 x 262,5 Meter großes Quadrat beschrieben (500 x 500 Ellen). Es wird nun klar, dass sich diese Aussage nur auf den ursprünglichen Tempelbereich bezieht, denn nur der gilt als eigentlich heilig. Herodes vergrößerte diesen Bezirk um das Doppelte, wobei diese Vergrößerung von Seiten der Juden nicht als im selben Mass heilig betrachtet wurde. Wenn man sich dem Tempel nähert, nimmt jeder der aufeinander folgenden Bereiche an Heiligkeit zu. Nach dem Soreg (eine niedrige Zwischenwand der Umzäunung), der die Trennungslinie zwischen dem Vorhof der Heiden und dem heiligen Bezirk markiert, folgte der Festungswall, die Terrassen, die den Tempelbereich von drei Seiten umgeben. Als nächstes folgt der Frauenhof, deren Begrenzungen die Frauen nicht überschreiten durften, sodann der Israel-Vorhof, der Hof der Priester, die Vorhalle, das Heiligtum und schließlich das Allerheiligste. Josephus Flavius, ein jüdischer Historiker und Zeitzeuge, beschreibt das Allerheiligste als „unnahbar, unantastbar und für alle unsichtbar“ (Der Jüdische Krieg 5,219).

Die inneren Ausmaße des Herodianischen Tempels entsprachen denen des Tempels des Salomos. Im Süden des Heiligtums stand der Siebenarmige Leuchter; der Tisch mit den Schaubroten befand sich im Norden. In der Nähe des Vorhangs, der das Heiligtum vom Allerheiligsten trennte, stand der Räucheraltar. In der Mischna, (Yoma 5,2 ) wird berichtet, dass im Allerheiligsten nichts war außer dem Grundstein, der die Stelle markierte, an der zuvor die Bundeslade gestanden hatte, bevor ihr Aufenthaltsort aus den Aufzeichnungen verschwand. Am Versöhnungstag (Jom Kippur) besprengte der Hohepriester den Stein mit dem Blut der Opfertiere.
Als Jesus mit seinen Jüngern diesen großartigen und prächtigen Tempelkomplex betrachtete, sagte er zu ihnen:“ Seht ihr nicht dieses alles? Wahrlich ich sage euch, es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde“ (Matthäus 24:2) “ Seht ihr nicht dieses alles? Wahrlich ich sage euch, es wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde" Diese prophetischen Worte besagen auch, dass es nur wenige Überreste der Tempelanlage geben würde. Was geblieben ist, sind zerstörte Stützmauern und einige architektonische Elemente des mächtigen Herodianischen Tempels.

Dennoch ist es Wissenschaftlern und Forschern möglich gewesen durch das Studium unschätzbar wertvoller Literaturquellen, den Tempel und den Tempelberg zu rekonstruieren. Erst vor kurzer Zeit gelang es Dr. Leen Ritmeyer, die genaue Lage des „500-Ellen-Quadrates“ zu bestimmen. Er hat 20 Jahre lang am Tempelberg Ausgrabungen durchgeführt. Ihm ist es gelungen, die Spur der Mauern des Allerheiligsten auf dem Felsen im islamischen Felsendom zu entdecken. Als Folge davon ist es ihm möglich gewesen, auch die Originalstelle der Bundeslade auszumachen. Zur Zeit ist es aber völlig unmöglich, dort irgendwelche ordnungsgemäße archäologische Untersuchungen und Ausgrabungen vorzunehmen. Obwohl diese bedeutende Entdeckung bereits gemacht worden ist, autorisieren die islamischen Behörden auf dem Tempelberg auch weiterhin illegale Ausgrabungen. Hierdurch werden zwar Beweise der Existenz des Tempels gefunden, aber gleichzeitig leider auch zerstört.