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Historie Jerusalem

(Psalm 132.13) „Denn der HERR hat Zion erwählt, und es gefällt ihm, dort zu wohnen“

Lage

Psalm 125:2) Wie um Jerusalem Berge sind, so ist der Herr um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.

Die Worte des Psalmisten geben auf bemerkenswerte Weise die besondere Lage der Stadt Jerusalem wieder. Sie liegt auf dem Bergkamm des Gebirges Juda. Dennoch liegt sie niedriger als die sie umgebenden Berge wie der Scopusberg im Norden, der Ölberg im Osten, der Berg, der später der „Berg des Bösen Rates“ genannt wurde, im Südosten und der Berg im Westen. Diese Lage illustriert die Tatsache, dass diese Stadt unter einem besonderen göttlichen Schutz liegt. Die alte Stadt erstreckte sich in der Zeit der Könige über zwei Hügel hinweg. Auf natürliche Weise war sie so durch das Hinnom-Tal im Süden, das zentrale Tal (später bekannt als dasTyropeon-Tal) im Westen und durch das Kidrontal im Osten geschützt. Das Vorhandensein der Gihon-Quelle ermöglichte die Ansiedlung von Menschen an diesem Ort, obwohl die großen Handelsstraßen in einiger Entfernung verliefen und die Wüste in unmittelbarer Nähe war. Der Name dieser ewigen Quelle stammt aus dem Hebräischen und bedeutet übersetzt: „die Hervorbrechende“. Dies beschreibt trefflich die tagtägliche Aktivität dieser Quelle.

Die Stadt Melchisedeks ~ 2,000 v.Chr.

(1. Mo 14:18) "Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten."

Während der Zeit des Patriarchen Abraham hatte die Stadt einen König, der hieß Melchisedek, was bedeutet: König der Gerechtigkeit. Auf dem kleinen gewundenen Pfad, der von der Stadt hinunter zur Gihon-Quelle führte, fand das bedeutende Treffen zwischen Abraham und dem König von Sodom statt. Und zwar nur kurze Zeit nach der Befreiung von Abrahams Neffen Lot aus den Händen einer grossen feindlichen Koalition von vier Königen. Einzelheiten aus dieser Zeit sind in den biblischen Berichten nur in knappen Worten festgehalten, aber archäologische Ausgrabungen haben viele Überreste von Häusern zu Tage gefördert, die aus einer Stadt stammten ohne jegliche Befestigungen. Dies passt sehr gut zu dem Namen „Salem“, was übersetzt heißt: Frieden.

Die Stadt Davids 11. Jh. v.Chr.

(2 Samuel 5:7) „David nahm die Burg Zion ein; das ist die Stadt Davids“.

Der israelitische König David eroberte Jerusalem von den Jebusitern, den Nachkommen der Kanaaniter. Mit großem Weitblick erwählte er eine neutrale Stadt als Hauptstadt, die zuvor zu keinem der zwölf Stämme gehört hatte. Dadurch hielt es sich die Möglichkeit offen, die zwölf Stämme Israels und Juda wieder zu vereinigen. Er fügte ein weiteres Befestigungselement zu den bereits bestehenden Stadtmauern hinzu, indem er in regelmäßigen Abständen Mauervorsprünge schaffte und seinen Palast auf dem höchsten Punkt des östlichen Berges baute. Damit beherrschte er die Stadt, wie es zuvor die Zitadelle der Jebusiter getan hatte. Als er die Bundeslade heraufbrachte, die die Israeliten zuvor in der Wüste nach Gottes Anweisungen gebaut hatten, ließ er hierfür ein Zelt in den Außenanlagen seines Palastes fertigen. In dieser Periode wurde die Gihon-Quelle durch einen 10 Meter hohen Turm geschützt, den Quellenturm. Auch dieser Turm existierte bereits zur Zeit der Jebusiter.

Die Stadt Salomos 10. Jh. v. Chr.

(2 Chron 1:15). „Und der König machte das Silber und Gold in Jerusalem an Menge den Steinen gleich und das Zedernholz den Maulbeerfeigenbäume in der Schephela „ (Hügelland)

(andere Übersetzung)
„Und der König brachte es dahin, dass es in Jerusalem so viel Silber und Gold gab wie Steine und so viele Zedern wie Maulbeerbäume im Hügelland.“

Davids Sohn Salomo baute den Tempel, den sein Vater gern gebaut hätte. Das „feste Haus“, das er für die Bundeslade baute, wurde als außergewöhnlich prächtig beschrieben (1. Chronik 22,5). Eine neue königliche Anlage mit neuen Stadtmauern wurde südlich des Tempels gebaut, um diesen Komplex mit der Davidsstadt zu verbinden. Außerdem erneuerte er „den Millo“, oder Steinterassen, die ursprünglich von David gebaut worden waren. Durch diese Maßnahme vergrößerte er das Gelände, so dass es möglich war, den östlichen Hang der Stadt zu bebauen.

Die Stadt Hiskias 727 – 698 v. Chr.

(Jesaja 22:9) „ Und ihr seht nach den Rissen in der Mauer in der Stadt Davids – denn es sind viele – und die Wasser des unteren Teiches sammelt ihr“

Der größte Erbauer der Stadt zur Zeit des in zwei Teile zerfallenen Königreiches war der König Hiskia. Während der Zeit der Bedrohung durch den erwarteten Einmarsch der Assyrer baute er einen Tunnel, der das Wasser der Gihon-Quelle, die außerhalb der Stadt lag, in den Teich Siloah umleitete, der sich im Süden der Stadt innerhalb der Stadtmauern befand. Außerdem baute er eine gewaltige 7 Meter dicke Mauer als Teil der erweiterten Befestigung des westlichen Hügels, der von Flüchtlingen der assyrischen Invasion bewohnt wurde.

Die Stadt Nehemias 445- 420 v.Chr.

(Jeremiah 29:10) „Denn so spricht der HERR.: Wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt sind, so werde ich mich euer annehmen und mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort zurückbringe“

Nach der Zerstörung der Stadt durch Nebukadnezar im Jahr 586 v. Chr. und der Deportation der Oberschicht nach Babylon lag Jerusalem 70 Jahre lang in Trümmern. Nach dem Fall Babylons im Jahre 539 v. Chr. erlaubte Kyros der Große von Persien per Dekret den deportierten Juden, wieder in ihr Heimatland zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. Im Jahre 516 wurde der Tempel von einer Gruppe Heimkehrer unter Führung Serubbabels und Jeshua wieder eingeweiht. Esra, der Schriftgelehrte, führte im Jahre 458 v.Chr. eine zweite Gruppe Heimkehrer nach Jerusalem zurück. Im Jahr 445 v.Chr. begann Nehemia, der Stadthalter Jerusalems, mit dem Wiederaufbau der zerstörten oder beschädigten Stadtmauern. Der westliche Hügel lag allerdings außerhalb der von Nehemia restaurierten Stadtmauern, da die Stadt sich unter der babylonischen Belagerung verkleinerte.

Die Stadt in der Zeit zwischen dem Alten und Neuen Testament 4. bis 1. Jahrh. v.Chr.

(1. Makkabäer 1,14-15) "„Einige aus dem Volk entschlossen sich, zum König zu gehen; der gestattete ihnen, heidnische Bräuche einzuführen. Da errichteten sie in Jerusalem eine Kampfbahn wie sie auch die Heiden hatten, stellten künstlich ihre Vorhaut wieder her und verließen den Heiligen Bund, passten sich den anderen Völkern an und gaben sich dazu her, allen Lastern zu frönen.“

Im Jahre 332 v.Chr. unterwarf sich die Stadt Jerusalem dem griechischen König Alexander der Große. Und ein Prozess der Helleni-sierung begann. Mit dem Aufstieg der syrischen Seleuziden wurde das Leben der Einwohner in Jerusalem unerträglich. Sie revoltierten gegen ihre Unterdrücker unter der Führung von Judas Makkabäus, wollten die Stadt von den heidnischen Bräuchen reinigen und eine jüdische Autonomie erlangen. Von 141-63 v. Chr. regierten die Hasmonäer (Familienname der Makkabäer) als Könige und Priester. Im Jahre 63. v. Chr. wurde der römische Kaiser Pompejus gebeten, einen Nachfolgestreit innerhalb der Familie der Hasmonäer zu schlichten. Dieser Vorfall führte zur Machtübernahme in Judäa durch die römischen Herrscher.

Die Stadt zur Zeit Jesus 30 n. Chr.

(Matthäus 21:10) „Als Jesus in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: „Wer ist dieser?“

Zu Lebzeiten Jesus war aus der Stadt, die unter den Hasmonäern um die Wiedererlangung ihrer ursprünglichen Grenzen aus der Zeit des Ersten Tempels gekämpft hatte, eine hochentwickelte weltliche griechisch-römische Metropole geworden. Die Prägung durch Herodes den Großen war unübersehbar. Herodes war von den Römern als König der Juden eingesetzt worden und war berühmt wegen seiner exzessiven Bauwut. Prachtvolle Bauten schmückten die Stadt. Zu diesen Bauten gehörte auch sein eigener Palast, der von den drei Türmen Mariamne, Phasael und Hippicus geschützt wurde, ein Theater und ein Hippodrom. Alle Gebäude wurden von einer neuen Stadtmauer, der sogenannten. „zweiten Mauer“ umgeben. Dennoch war es die außergewöhnlich schöne Rekonstruktion des Tempels, die er selbst als sein Meisterwerk erachtete.. Man spricht deshalb auch vom „Tempel des Herodes“.
Auf diese glanzvolle Umwandlung der Stadt bezieht sich Jesus mit den so ergreifenden Worten:

(Matthäus 23,37-39) „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus soll verwüstet gelassen werden! Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprecht; gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!.